Aus dem GemeindelebenGrußwort des Pastors
Was hat Gott eigentlich zu bieten?
Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser,jeder will etwas von uns: unsere Stimme, Spende, Mitgliedschaft, Aufmerksamkeit. Jeder bietet uns etwas: Gehaltszunahme,Gewichtsabnahme, Gebührenausnahme. Was hat Gott eigentlich zu bieten? Was habe ich davon,Christ zu sein? Es gibt ein Buch, die Bibel, das darauf eine klare Antwort hat. Nirgends sonst wird so liebevoll vom Menschen geredet. Die Antwort auf die Frage nach dem Angebot Gottes lautet: Das ewige Leben. Nun hat das wenig mit meinem jetzigen Leben zu tun. Ich lebe jetzt und hier und will mich nicht auf eine billige Vertröstung auf das ewige Leben einlassen. So dachte ich lange Zeit. Bis ich begriff: Das ewige Leben beginnt schon jetzt. In dem Moment, in dem ich bereit bin, Gott in der Person von Jesus Christus in mein Leben hinein zu nehmen. Mir wird durch Jesus nichts weggenommen, sondern unendlich viel geschenkt. Mein ewiges Leben mit Gott hat bereits begonnen. Die Kirche, das haben die Ereignisse der vergangenen Monate sowohl in der katholischen als auch der evangelischen Kirche gezeigt, ist nicht immer ein Spiegelbild dieses neuen Lebens. ![]() Es geschehen die gleichen (schrecklichen) Dinge wie anderswo – nur dass es einem in der Kirche noch mehr aufstößt. Und trotzdem – oder gerade deshalb – hat Gott soviel zu bieten. Kindesmissbrauch und die Gefährdung anderer Menschen durch Alkoholfahrten sind ihm zuwider. Und er selbst hat diese Taten nicht begangen. Er schenkt vielmehr Heilung und Vergebung. Trotz aller menschlichen Schandtaten und der Unvollkommenheit der Kirche ist Jesus Christus der Einzige, der mir jetzt und in Ewigkeit Heil und inneren Frieden schenkt. Gott hat eine Menge zu bieten. Wir wollen als (unvollkommene) Kirchengemeinde dazu beitragen, dass Gott seine Geschenke verteilen kann. Einen schönen Sommer wünscht Ihnen Pastor Michael Bausmann Ihr Michael Bausmann, Pastor Gott will gut-tun!
Manche von Ihnen kennen es vielleicht noch, aus dem Konfirmandenunterricht
oder aus dem regelmäßigen ‚Kirchgang‘:„Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (Psalm 103, Vers 2). Ich will Sie nicht langweilen, wenn ich Ihnen an dieser Stelle kurz Informationen gebe. Es ist allerdings wirklich hilfreich zu wissen, dass das Wort Psalmen von dem griechischen Wort psalmós kommt, was Lied oder Lobgesang bedeutet. Das Buch (es wird auch Psalter genannt) enthält eine Sammlung von 150 Liedern aus dem religiösen Leben des Volkes Israel. Und jetzt wird’s interessant: Es sind Lieder, „die aus dem Herzen dieses Volkes kommen und seine persönliche Erfahrungen widerspiegeln“. Super! Hier erhalte ich gefühlte Erlebnisinformationen; etwas „Echtes“. Etwas, was es zu erleben gibt. Lassen Sie sich einen Augenblick mitnehmen und mit mir versuchen zu entdecken, weshalb Gott Ihnen und mir gut tun will. Der Psalm 103 ist in der Übersetzung Martin Luthers überschrieben mit: „Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“. Luther hat sich andauernd gefragt: Was muss ich tun, um einen gnädigen, mir freundlich und barmherzig gestimmten Gott zu bekommen? Er lebte in einer Zeit, in der man sich von seinen Fehlern (die Bibel nennt das Schuld oder Sünde) freikaufen konnte: „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“, wurde von einem Priesterkollegen (Johann Tetzel) Luthers gepredigt. Ablasshandel wurde das genannt. „Das kann’s nicht sein“, dachte Luther – und Recht hat er. Wir leben hier in Bremen in einem Teil der Welt, in dem es uns gut geht. Nur: Sehen wir das noch? Fangen wir doch mal vorne an: Sie wachen morgens auf. Schön, denn Sie hätten auch tot sein können. Sie dürfen leben. Der himmlische Vater schenkt Ihnen einen Tag, den Sie (er-)leben dürfen. Sie stehen auf und putzen sich (vermutlich) die Zähne. Oh, Sie haben fließend Wasser? Super! Als ich unsere Patenklinik in Uganda besucht habe, war das nicht immer der Fall. Und das tat mir wiederum gut, denn ich habe neu schätzen gelernt, welch ein Schatz es ist, fließend Wasser zu haben. Und wenn es zum Duschen dann auch noch warm ist – traumhaft! Nein, ich werde jetzt nicht Ihren gesamten Tagesablauf mit Ihnen durchgehen. Das können Sie selber. Ich möchte im Psalm einen Versweiter schauen. Der beschreibt nämlich, was Gott als erstes sagt, um uns „gut zu tun“:„... der dir alle deine Sünde vergibt“ (Vers 3). Der Gott dieser Welt will uns gut-tun, ohne unser Zu-tun. Er verschenkt sich selbst. Mit Jesus, dem einzig geborenen Sohn Gottes, schafft Gott eine Brücke, die uns hilft, in Beziehung zu ihm zu treten. Durch das Sterben seines Sohnes werden unsere Fehler „gesühnt“ – Ich bekomme einen „mir gut-tuenden“ Gott. Und mehr noch: ich bekomme einen „Vater“. Genau DAS ist es, was mir diesen Gott so sympathisch, ja einzigartig macht: Er ist kein abgehobener, ferner Gott. Er ist hier, bei mir – um mir gut zu tun. Und der „aus dem Herzen kommende, persönliche Erfahrung widerspiegelnde“ Psalm 103 führt mir das vor Augen: Vergiss nicht! ER vergibt dir. Dort, wo ich dahin komme, mir einzugestehen, dass ich Fehler mache, dass ich schuldig werde (an Familienmitgliedern,am Ehepartner, meinen Kindern, Freunden, … und nicht zuletzt an Gott selbst), dort erhalte ich die Chance, diese Schuld los zu werden. Das wird zur echten Befreiung. Denn „gut“ bin ich oft nicht. Und Fehler passieren täglich und immer wieder. Wie schön, dass Sie und ich genau hier einen Gott finden können,der darum weiß, der nicht überrascht ist und der als aller erstes vergeben möchte. Wenn wir uns darauf einlassen, werden wir neu entdecken, dass um uns herum ein Vater ist, der uns gut-tun will. Im Psalm kommt es dann noch zur Steigerung: „… der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit“ (Vers 3). Super, ich werde „gekrönt“. Und womit? Mit „Gnade“. Da haben wir’s (und da hat’s Luther entdeckt): den gnädigen Gott. Den Gott, der Ihnen und mir Gutes tut! Den Vater, der barmherzig ist. Den Vatergott, der mich in seinen Arm nimmt, ans Herz zieht. Den einen Gott, der mir gut tut. Das ist es, was er für uns Menschen will – das ist es, was er uns tun will. Jeden Morgen neu. Thomas Frietsch |

